
Der Schrauber
Ich bin Pascal Breuil, Jahrgang 1995, und mein beruflicher Werdegang lässt sich am besten mit „nicht geplant, aber lehrreich“ beschreiben. Angefangen hat alles ganz brav mit einer Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. Autos fand ich super, die damalige Arbeitsstätte eher so mittel. Irgendwann war die Luft raus – also habe ich kurzerhand das gemacht, was man tut, wenn man genug von Fahrzeugen hat: Ich bin auf den Bau gegangen. Spoiler: Danach hatte ich wieder sehr schnell Respekt vor Werkstätten.
Als Nächstes habe ich noch in die Produktion reingeschnuppert. Auch spannend – vor allem, um festzustellen, dass Fließband und ich vermutlich keine lebenslange Beziehung eingehen werden. Der eigentliche Wendepunkt kam dann mit einem Job in Österreich, direkt im Werk von KTM. Technisch anspruchsvoll, sauber organisiert, nah an der Entwicklung – ein wirklich mega geiler Job. Genau die Art Umfeld, in der man wieder merkt, warum man den ganzen Kram eigentlich mal gelernt hat.
Während meiner Zeit bei KTM bekam ich außerdem die Möglichkeit, den Kfz-Meister zu machen. Abendschule, lange Tage, wenig Schlaf – kein romantischer Filmstoff, aber machbar. Ohne die starke Unterstützung meines Vaters hätte ich das Ganze vermutlich öfter verflucht als durchgezogen. Am Ende hat’s funktioniert.
So gut das Leben in Österreich und der Job bei KTM auch waren – irgendwann hat das Heimweh gewonnen. Also zurück nach Deutschland. Danach folgten zwei Jahre bei Ford. Fachlich okay, menschlich und vom Gesamtpaket her hat es aber einfach nicht gepasst. Kann man drehen und wenden, wie man will – manchmal merkt man einfach: Das ist es nicht.
Über einen Bekannten bin ich schließlich im Busbetrieb gelandet, wo ich heute als Werkstattmeister arbeite. Große Fahrzeuge, komplexe Systeme, wenig Toleranz für halbgare Lösungen. Genau hier liegt auch meine Stärke: elektrische Systeme, Diagnose und strukturierte Fehlersuche. Dort, wo andere anfangen, wild Teile zu tauschen, fange ich an, mir erst mal einen Kaffee zu holen und nachzudenken. Mechanische Arbeiten gehören natürlich dazu – ich mache sie auch – aber Begeisterung ist etwas anderes.
Aus all diesen Umwegen, Fehlentscheidungen, Glückstreffern und Lernkurven entsteht jetzt N8Schrauber. Kein Hochglanz-Projekt, sondern eine Werkstattidee von jemandem, der weiß, wie Technik nerven kann – und warum man sie trotzdem ordentlich machen sollte.